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5. Ausführungsplanung
Nach der Baugenehmigung erstellt der Architekt oder Ingenieur ein detailliertes Projekt für die Bauausführung. Hier wird alles in den Zeichnungen und Detailplänen festgeschrieben, was durch die Bauhandwerker später gebaut werden soll. Die Berechnungen des Statikers werden dabei ebenso berücksichtigt wie die Projekte der anderen Fachingenieure.

6. Vorbereitung der Vergabe
Es werden die genauen Mengenansätze ermittelt und zusammengestellt, diese dienen als Grundlage für das Aufstellen der detaillierten Leistungsbeschreibungen aller Bereiche und aller an der Planung fachlich Beteiligten. Zugleich berechnet der Ingenieur die Baukosten, die Bauleistungen nach den genauen Mengen und fertigt eine Beschreibung der Bauleistungen an.

7. Mitwirkung bei der Vergabe
Nach der Zusammenstellung der Leistungsbeschreibungen, der Verdingungsunterlagen aller Bereiche und aller an der Planung fachlich Beteiligten holt der Architekt oder Ingenieur von Baufirmen Angebote ein.

Die Angebote werden von ihm darauf geprüft, ob alle ausgeschriebenen Leistungen im Angebot enthalten sind.
Es kommt vor, daß Angebote abgegeben werden, die deswegen erheblich preiswerter sind, weil verschiedene Bauleistungen „vergessen“ wurden. Also: Nicht immer ist das billigste Angebot das günstigste!

Der Architekt oder Ingenieur hilft bei der Firmenauswahl und Auftragserteilung. Insbesondere bei der Vertragsgestaltung und beim Aushandeln von günstigen Konditionen wie Skonti, Nachlässen und Rabatten sind die Dienste des Ingenieurs von unschätzbarem Wert für den Bauherrn.
Eine mangelnde Vertragsgestaltung kann sich für den Bauherrn sehr nachteilig auswirken.
 
8. Objektüberwachung / Bauleitung
Immerhin 31 Prozent des Gesamthonorares erhält der Architekt oder Ingenieur für die Überwachung des Bauablaufes. Daran kann ermessen werden, welch umfangreiche Leistungen und Kenntnisse dabei erforderlich sind: Koordinierung, Ablaufkontrolle, Bautagebuch, Aufmaße, Rechnungsprüfung, Mängelfeststellung, Organisation, behördliche Abnahmen... Der Hobbybauherr würde sicherlich schnell den Überblick verlieren, Kostenerhöhung, Zeitverzögerungen und Qualitätsmängel wären die Folgen..

Nach Fertigstellung des Bauwerkes und der Außenanlagen wird gemeinsam mit der Baufirma eine Schlußabnahme vorgenommen und ein Abnahmeprotokoll erstellt. Alle eventuellen Mängel, Zeitverzüge etc. müssen in diesem Protokoll dokumentiert werden. Mit der Bauabnahme beginnt die Gewährleistungsfrist.
Alle Rechnungen und Beläge werden zusammengestellt, so daß der Bauherr einen Überblick über die tatsächlich entstandenen Kosten hat.

9. Objektbetreuung und Dokumentation
Vor Ablauf der Verjährungsfristen der Gewährleistungsansprüche gegenüber den Baufirmen begeht der Architekt oder Ingenieur das Objekt, um aus der Bauausführung resultierende Mängel am Gebäude festzustellen. Auch die Überwachung der Beseitigung dieser Mängel durch die Gewähr leistende Baufirma obliegt ihm.

Damit der Bauherr eine Dokumentation über den tatsächlichen Bestand hat (häufig werden in Detailfragen auf der Baustelle operativ Änderungen am Projekt vorgenommen), erstellt der Architekt oder Ingenieur eine Projektmappe in der Form, wie der Bau tatsächlich ausgeführt wurde.
Das ist vor allem wichtig, wenn Jahre später Sanierungsarbeiten oder Umbauten vorgenommen werden sollen.