Beitragsseiten

Die HOAI


Alle Leistungen des Architekten oder Ingenieurs werden nach der Honoraranordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) auf der Basis anrechenbarer Baukosten abgerechnet. Die HOAI ist für Architekten und Ingenieure verbindlich.

Entsprechend des Schwierigkeitsgrades der Aufgabe erfolgt eine Unterscheidung nach Honorarzonen. Auch das Leistungsbild des Architekten und Ingenieurs ist in der HOAI genau beschrieben: Was muß er für sein Honorar wirklich leisten?

1. Grundlagenermittlung
Zuerst muß sich der Bauherr über die eigenen Vorstellungen und Finanzierungsmöglichkeiten ein klares Bild gemacht haben. Nicht selten läßt sich der Bauherr dem Architekten oder Ingenieur gegenüber von Traumvorstellungen leiten. Vier Wochen später ist die Überraschung perfekt, wenn die Entwurfsplanung für ein Gebäude, einem kaiserlichen Palaste gleicht, und eine entsprechende Honorarrechnung auf dem Tisch liegt! Also: Eine klare Aufgabenstellung, unter beratender Mitwirkung des Architekten oder Ingenieurs erstellt, verhütet Zeit- und Geldverluste.

2. Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung)
Im Rahmen der Vorplanung analysiert der Architekt oder Ingenieur alle für die Planung bedeutsamen Rahmenbedingungen (städtebauliche Einordnung, mediale Erschließung des Grundstückes), es beginnen die Verhandlungen mit Behörden, um die Genehmigungsfähigkeit seiner Vorstellungen zu prüfen und er legt erste Entwurfsskizzen, zumeist in verschiedenen Varianten vor. Gegebenenfalls stellt der Architekt oder Ingenieur eine Bauvoranfrage. Im Ergebnis wird von der zuständigen Behörde mitgeteilt, ob ein Bauwerk dieser Art mit den vorgestellten Ausmaßen überhaupt genehmigungsfähig ist.

3. Entwurfsplanung (System- und Integrationsplanung)
Die mit dem Bauherrn abgestimmten Entwurfsskizzen werden zu einem Gesamtentwurf entwickelt und zeichnerisch dokumentiert. Dazu werden die bisherigen Planungsergebnisse zusammengefaßt und in überzeugender und verständlicher Weise zeichnerisch dargestellt. Die Pläne sind noch nicht bis ins letzte Detail vermaßt, jedoch sind wichtige Maße als Anhaltspunkte enthalten. Auch Raumgrößen und Raumbezeichnungen sind in der Regel eingetragen. Desweiteren erfolgt bereits die Einbindung anderer fachlich an der Planung Beteiligter (Tragwerksplaner, gegebenenfalls Fachingenieure für Heizung, Sanitär, Elektro usw.).

4. Genehmigungsplanung
Für die Vorlage nach den öffentlich- rechtlichen Vorschriften werden alle notwendigen Unterlagen im erforderlichen Maßstab erarbeitet.
Die wichtigsten Bestandteile der Bauantragsunterlagen sind:
Bauantrag, Baubeschreibung, Schriftlicher Teil zum Lageplan, Stellungnahme der Gemeinde, Flurkartenauszug, Lageplan, Grundrisszeichnungen, Schnittdarstellungen, Ansichten und Perspektiven. Als Ergänzung können u.a. erforderlich werden: Standsicherheitsnachweis, Schallschutz-, Wärmeschutz- und Brandschutznachweis. Je nach Bauvorhaben können von der Bauaufsichtsbehörde noch weitere Zuarbeiten abverlangt werden.

Während das Baugenehmigungsverfahren läuft hält der Architekt oder Ingenieur weiter intensiven Kontakt mit den Behörden, um frühzeitig eventuelle Probleme, die eine Baugenehmigung verhindern könnten, zu erkennen und zu korrigieren. Er ruht erst, wenn alle eventuellen Auflagen der Behörde eingearbeitet sind und die Baugenehmigung vorliegt.